Vom Marli-Café zum Stadtteiltreff SOFA

Ein Projekt im Projekt

Das Wohnprojekt Aegidienhof war 1998 mit dem Ziel gegründet worden, ein Wohn- und Arbeitsprojekt zu realisieren, in dem Menschen verschiedener Altersgruppen und Familienstände, Menschen mit und ohne Behinderung, Mensch mit verschiedenen Einkommen, sowie Frauengruppen und studentische Wohngemeinschaften gemeinsam wohnen und arbeiten.

 

Der Nachbarschaftsverein "Aegidienhof e.V." wurde von den Mitgliedern der Baugemeinschaft 1999 gegründet und wurde als gemeinnütziger Verein selber Miteigentümer in der späteren WohnungsEigentümerGemeinschaft. Er erwarb die ehemaligen Verkaufsräume des Armen- und Arbeitshauses im Eckgebäude Sankt-Annen-Straße / Stavenstraße.

 

Zu Beginn des Jahres 2001 trat der Verein "Aegidienhof e.V." an die Marli-Werkstätten heran mit dem Angebot, im sozialen Wohnprojekt Aegidienhof ein Café zu betreiben.

Die Marli-Werkstätten nahmen das Angebot nach reiflicher Überlegung und Abwägungen möglicher Risiken gerne an, da das Projekt für unsere Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung ein neues Betätigungsfeld bot. Darüber hinaus förderte dieses 'Projekt im Projekt' die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung.

Das Projekt Marli-Café / Restaurant


Die Marli GmbH entwickelte im Rahmen der Werkstatt für behinderte Menschen ein neues
Betätigungsfeld. Leistungsfähige Menschen mit Behinderung bekamen im Marli-Café / Restaurant die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten unter Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes im gastronomischen Bereich zu erproben.

 

Die Marli-Werkstätten erfüllten damit auch Anforderungen des seit 01.07.2001 geltenden SGB IX, das Werkstätten für behinderte Menschen verpflichtet, "Übergangsgruppen" zu bilden. In den Übergangsgruppen arbeiten leistungsfähige Menschen mit Behinderung unter Bedingungen, die denen des allgemeinen Arbeitsmarktes gleichen, so dass eine mögliche Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt erleichtert wird.

Das Marli-Café / Restaurant hatte einen Restaurant-Leiter und daneben fünf hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Küche und Service. Das Personal des Marli-Cafés / Restaurants war in der Lage, neben den in einem gastronomischen Betrieb anfallenden Arbeiten die Anleitung, Förderung und Begleitung der Kollegen und Kolleginnen mit Behinderung zu übernehmen. Im Café / Restaurant waren acht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Behinderung beschäftigt, die in unterschiedlichen Schichten tätig waren.

 

Das Marli-Café musste leider seinen Betrieb zum 31. März 2017 einstellen


             2017: Das Marli Cafè/ Restaurant gibt es nicht mehr. Und Jetzt ?

 

Am 5. April 2017  lud der Aegidienhof e.V.  die Nachbarschaft im Aegidienviertel ein zu einer

"Ideenwerkstatt"

Welche Nutzung wünschen die Menschen im Aegidienviertel für die Räumlichkeiten ?

Das Viertel denkt mit !

 

Mit großer Beteiligung und professioneller Moderation wurden gemeinsam vielfältige Ideen und Vorschläge gesammel und zu folgenden Schwerpunkten verdichtet:

  • Günstiger Mittagstisch
  • Begegnungsraum / Gemeinschaft
  • ganztägiges Angebot von Essen u. Getränken
  • Raum für verschiedene Gruppen
  • Kultur selber machen
  • Inklusion ernst nehmen ( alt u. jung, interkulturell, ...)
  • Café als Treffpunkt
  • Aufenthaltsraum ohne Verzehrzwang
  • Klare Verantwortung

Daraus entwickelten Vorstand und Beirat des Aegidienhof e.V. mit Hilfe von Projektberatern ein Konzept im Spannungsfeld zwischen Restaurantangebot und Begegnungsraum.

 

Im Herbst 2017 wurden per Ausschreibung mögliche Anbieter für ein sozial-kulturelles Stadtteil-Treff-Café gesucht und verschiedene Gespräche mit Gastronomen geführt. Es stellte sich jedoch im Ergebnis heraus, dass für ein derartig neues Konzept keine erfahrenen Anbieter zu finden waren.

 

Es entstand eine Projektgruppe aus gastronomischen Laien, die mit dem Vorstand des Aegidienhof e.V. das Konzept überarbeitete, mit dem Ziel, selber eine gemeinnützige Tochtergesellschaft als Trägerin für ein solches neuartiges Stadttteil-Treff-Café zu gründen.

 

Als im Februar 2018 auch noch zwei junge Gastronomen mit Berufserfahrung dazustießen, wurde das neue Projekt schnell konkret und die Mitglieder der beiden Vereine Aegidienhof e.V. und "Mittendrin" Lübeck e.V. beschlossen die Gründung der gemeinnützigen "Kulturcafé gGmbH", die am 14. Mai 2018 erfolgte. Sie betreibt in der Sankt-Annen-Straße 1 das Stadtteiltreff / Kulturcafé SOFA (sozial, offen, familiär, alternativ) als Plattform für nachbarschaftliche Aktivitäten und Angebote.

 

Weitere Informationen auf den Seiten der Kulturcafé gGmbH

http://sofa-luebeck.de

https://www.facebook.com/stadtteiltreffen